Über uns

Yeguada Rafael Peris – PRE-Zucht in Freiheit

Die Yeguada Rafael Peris widmet sich der Zucht von Pferden der Pura Raza Española (PRE) in der Provinz Valencia, Spanien.

Unser Zuchtkonzept basiert auf einer einfachen Überzeugung: In den ersten Lebensjahren sollte ein Pferd vor allem eines sein dürfen – Pferd.

Deshalb wachsen unsere Pferde weitgehend in Freiheit, in der Herde und auf großen Naturflächen auf. Bewegung, Sozialverhalten, Futtersuche und die Anpassung an ihre natürliche Umgebung gehören zu ihrem täglichen Leben.

Was als Leidenschaft für Pferde begann, hat sich über Jahrzehnte zu einem Projekt entwickelt, das heute PRE-Zucht, Tierwohl, extensive Pferdehaltung, wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Landschaftspflege miteinander verbindet.

Eine Leidenschaft, die 1990 begann

Die Verbindung von Rafael Peris Dolz, Gründer und Leiter der Yeguada Rafael Peris, mit der Welt der Pferde begann bereits 1990, als sein Großvater mütterlicherseits ihn an Pferde heranführte und damit eine Leidenschaft weckte, die ihn seitdem begleitet.

Das Universitätsstudium und eine langjährige berufliche Tätigkeit im Ausland führten später dazu, dass die Pferde für einige Jahre in den Hintergrund treten mussten.

Als technischer Ingenieur der Polytechnischen Universität Valencia entwickelte Rafael Peris über viele Jahre eine internationale berufliche Laufbahn und arbeitete an Projekten unter anderem in Deutschland, Frankreich, Italien, Schottland, Japan, Puerto Rico und den USA.

Die Leidenschaft für Pferde war während dieser Zeit jedoch nie verschwunden.

Nach seiner Rückkehr nach Valencia widmete er sich dieser Leidenschaft wieder mit voller Kraft – diesmal mit einem klaren Ziel:

Pferde der Pura Raza Española zu züchten.

Nicht irgendeine Rasse, sondern genau die Rasse, die ihn immer fasziniert hatte und die er wirklich züchten wollte: den PRE.

2020 – Beginn der professionellen PRE-Zucht

Ab 2019 wurden die Voraussetzungen geschaffen, um aus dieser langjährigen Leidenschaft ein professionelles Zuchtprojekt zu entwickeln.

Im Jahr 2020 nahm die Yeguada Rafael Peris offiziell ihre Zuchttätigkeit mit dem Erwerb der ersten Pferde auf.

In den folgenden Jahren wurde die genetische Basis des Gestüts durch sorgfältig ausgewählte Stuten verschiedener spanischer Zuchtlinien erweitert.

Zu den Linien, die unsere Zucht geprägt haben, gehören unter anderem Ana María Bohórquez, Paco Martí, José Luis de la Escalera, Albert Boya und Señorío de Bariain.

Bei der Auswahl der Hengste wurde von Anfang an bewusst auf Flexibilität gesetzt. Statt die Zucht ausschließlich auf eigene Hengste zu beschränken, konnte für jede Stute gezielt der Vererber ausgewählt werden, der sie aus unserer Sicht am besten ergänzte.

Dabei kamen unter anderem Hengste wie Natalim Yam, Harinero RB III, Jecomias CEN, Julio Ochenta FM, Caprichoso Mango und Encelado II zum Einsatz.

Auch Reproduktionstechniken wie der Embryotransfer wurden eingesetzt, wenn dies für die genetische Entwicklung der Zucht sinnvoll erschien.

Mit zunehmender Erfahrung gewann jedoch eine Erkenntnis immer mehr an Bedeutung:

Gute Genetik allein macht noch kein gutes Pferd. Ebenso wichtig ist, wie dieses Pferd aufwächst.

2022–2023 – Lernen in Andalusien

Um die extensive Pferdehaltung wirklich zu verstehen, reichte es für uns nicht aus, sie theoretisch zu studieren. Wir wollten sie praktisch erleben.

Deshalb brachten wir 2022 sechs Stuten nach Andalusien, wo wir während der Jahre 2022 und 2023 vor allem ein Ziel verfolgten: lernen.

Diese Erfahrung ermöglichte es uns, unmittelbar zu beobachten, wie sich Pferde verhalten, wenn ihnen große Flächen zur Verfügung stehen und sie einen wesentlichen Teil ihres täglichen Lebens selbst organisieren können.

Dort lernten wir, dass extensive Tierhaltung weit mehr bedeutet, als über eine große Fläche zu verfügen und Tiere darauf freizulassen.

Man muss verstehen, wie sich eine Herde verhält, wie sie das Gelände nutzt, wo sie Futter und Wasser sucht, wie sich die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen im Laufe des Jahres verändert und wie Tiere betreut werden, die über wesentlich mehr Freiheit verfügen.

Diese beiden Jahre veränderten unsere Vorstellung von Pferdezucht nachhaltig.

Beobachten, lernen und anpassen wurde zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Arbeitsweise.

2024 – Das Modell kommt zurück nach Valencia

Nach den Erfahrungen in Andalusien war es an der Zeit, das Gelernte auf die Bedingungen der valencianischen Landschaft zu übertragen.

Im Jahr 2024 begannen wir im Rahmen einer WWF-Initiative in Yátova ein Pilotprojekt mit einer kleinen Gruppe von sieben Pferden.

Das Ziel bestand noch nicht darin, mit einer großen Anzahl von Tieren zu arbeiten, sondern unter realen Bedingungen zu prüfen, wie sich das in den vorangegangenen Jahren entwickelte Modell in Valencia anwenden und weiterentwickeln lässt.

Dabei gewann eine weitere Erkenntnis zunehmend an Bedeutung:

Pferde nutzen das Gelände nicht nur.

Sie verändern es auch.

Während sie sich bewegen, Futter suchen und grasen, nutzen und beeinflussen sie kontinuierlich die vorhandene Vegetation.

So begann sich ein Konzept, das ursprünglich vor allem auf Pferdezucht und Tierwohl ausgerichtet war, mit einer weiteren Frage zu verbinden:

Kann extensive Pferdehaltung gleichzeitig zur Pflege und zum Erhalt des Territoriums beitragen?

2025–2026 – Extensive Pferdehaltung auf großer Fläche

Im Jahr 2025 begann eine neue Entwicklungsphase unseres Projekts in Requena.

Heute stehen uns dort mehr als 1.400 Hektar Naturfläche für die Entwicklung unseres Modells zur Verfügung.

Diese Größenordnung ermöglicht eine Form der Pferdehaltung, die mit einem konventionellen System aus Stall und Paddock kaum vergleichbar ist.

Unsere Pferde können sich in Herden über große Flächen bewegen, Futter suchen, soziale Beziehungen entwickeln, ruhen und unterschiedliche Bereiche des Geländes weitgehend nach ihrem eigenen Rhythmus nutzen.

Die Bewegung hängt nicht davon ab, dass ein Mensch das Pferd für eine bestimmte Stunde aus dem Stall holt.

Bewegung ist Teil seines Lebens.

Genau darin sehen wir heute einen der wichtigsten Unterschiede unseres Zuchtmodells.

Was bedeutet für uns Aufzucht in Freiheit?

Freiheit bedeutet für uns nicht, ein Pferd einige Stunden am Tag aus einer Box zu lassen.

Sie bedeutet auch nicht einfach, einen größeren Paddock zur Verfügung zu stellen.

Unser Ziel ist eine möglichst naturnahe Aufzucht in der Herde und auf großen Flächen, bei der das Pferd einen wesentlichen Teil seines natürlichen Verhaltens ausleben kann.

Unsere Pferde verbringen viele Stunden des Tages mit Bewegung und Futtersuche. Von klein auf lernen sie innerhalb der Herde soziale Strukturen, Kommunikation und Grenzen kennen.

Die Fohlen bewegen sich von Geburt an auf natürlichem Gelände mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen.

Diese kontinuierliche Bewegung unterstützt nicht nur die körperliche Entwicklung. Tausende tägliche Schritte über unterschiedliche Böden, Steigungen und Unebenheiten stellen gleichzeitig ein natürliches Training für Koordination, Gleichgewicht und Propriozeption dar.

Bevor ein Mensch einem jungen Pferd beibringt, wo es seine Beine setzen soll, hat das Gelände es ihm bereits über Jahre beigebracht.

Zuerst lassen wir sie Pferde sein

Unsere Philosophie lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

Zuerst lassen wir sie Pferde sein.

Erziehung, Ausbildung und Vorbereitung auf die spätere Nutzung kommen danach.

Unser Ziel ist es, gesunde, funktionelle und ausgeglichene PRE-Pferde zu züchten, die später für Freizeit, Ausritte, Working Equitation, Dressur oder andere für das jeweilige Pferd geeignete Disziplinen vorbereitet werden können.

Deshalb sollte sich ein zukünftiger Besitzer unserer Meinung nach nicht nur nach Abstammung, Alter, Geschlecht, Farbe, Größe oder Ausbildungsstand erkundigen.

Eine weitere Frage ist für uns ebenso wichtig:

Wie hat dieses Pferd gelebt, bevor es zu mir kam?

Für die Yeguada Rafael Peris ist die Geschichte der Aufzucht ebenfalls ein Teil des Wertes eines Pferdes.

Genetik, Funktionalität und Farbe

Die genetische Selektion bleibt selbstverständlich ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Wir suchen rassetypische, edle, funktionelle PRE-Pferde mit gutem Charakter, korrektem Körperbau und guter Größe.

Besondere Fellfarben und Verdünnungsgene gehören ebenfalls zur Geschichte unserer Zucht und bleiben ein interessantes genetisches Merkmal.

Farben wie Isabell, Palomino, Cremello, Perlino, Falbe oder Smoky Black können Teil unserer Zucht sein.

Heute steht die Farbe jedoch nicht allein im Mittelpunkt.

Gesundheit, Funktionalität, Charakter, Entwicklung und die Qualität der Aufzucht haben für uns Vorrang.

Pferde, die auch das Gelände pflegen

Mit der Entwicklung der extensiven Haltung entstand eine weitere Dimension unseres Projekts.

Ein Pferd benötigt täglich eine erhebliche Menge pflanzlicher Nahrung. Wenn zahlreiche Tiere auf großen Flächen leben, wird die vorhandene Vegetation kontinuierlich genutzt.

Extensive Beweidung kann deshalb zur Reduzierung von Biomasse und zur Pflege von Naturflächen beitragen und traditionelle Maßnahmen zur Waldbrandprävention ergänzen.

Das Gelände bietet dem Tierhalter eine natürliche Ressource: Futter.

Gleichzeitig können die Tiere dem Gelände durch die Kontrolle der Vegetation eine Dienstleistung zurückgeben.

Diese Verbindung zwischen Tierhaltung und Landschaftspflege ist heute einer der Bereiche, die wir in Zukunft weiterentwickeln möchten.

Ein anderes Verständnis von Pferdezucht

Seit jenem ersten Kontakt mit Pferden im Jahr 1990 hat sich vieles verändert.

Aus der Leidenschaft eines jungen Menschen für Pferde wurde zunächst ein Traum, später ein professionelles PRE-Zuchtprojekt und schließlich ein umfassenderes Modell extensiver Pferdehaltung.

Heute verbindet die Yeguada Rafael Peris vier Bereiche, die für uns eng miteinander verbunden sind:

PRE-Zucht. Tierwohl. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Landschaftspflege.

Unser Ziel ist nicht, einfach Pferde zu produzieren.

Wir möchten PRE-Pferde züchten, deren Geschichte und Art der Aufzucht ebenfalls einen Teil ihres Wertes ausmachen.

Pferde aus Spanien.

Pferde aus unserer Zucht.

Pferde, die in Freiheit aufwachsen.

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